Aladdin (R: Guy Ritchie, USA 2019) ©disney
Aladdin (R: Guy Ritchie, USA 2019) ©disney

Aladdin (USA 2019)


Während die Welt eine neue Moralphilosophie braucht, um der Hegemonie des bröckelnden Neoliberalismus und der Bedrohung durch einen Neofaschismus etwas entgegenhalten zu können, setzt die märchenhafteste Synthese aus Neoliberalismus und Faschismus lieber auf eine archaische Moral: Was bei Disney zählt, sind die inneren Qualitäten, die kein Dschinni der Welt herbeizaubern kann. Das klingt natürlich wie blanker Hohn in den Ohren aller, die wissen, dass längst die (gefälschte) Urkunde als Zertifikat zur neuen Personalwährung ausgerufen wurde. In ALADDIN bekommt der Dieb als good guy natürlich die Prinzessin – ohne die Klassengrenzen nur zu berühren – und weil Disney nicht wollen kann, dass sich jemand in diesen Filmen mal so eben das Ende der Monarchie wünscht, wird das antidemokratische Märchen des „guten Führers“ einfach weitererzählt, doch als Zeitgeist-Bonbon weiblich konnotiert. Diversität und Repräsentation sind beide an Bord, irgendjemand denkt schon noch an das liebe Lumpenproletariat ohne deren Zustand wirklich ändern zu wollen. That’s progressive neoliberalism!



von Lucas Curstädt